Wir unterschätzen massiv, wie viel Mut die Einführung von KI wirklich kostet: Nicht den Mut, ein neues Tool auszuprobieren. Sondern den Mut, Dinge einzureißen und loszulassen, die wir seit Jahren für richtig halten.
Das Schwierigste an der KI-Einführung ist nicht die Technologie. Es ist das Loslassen!
Wir erleben das gerade selbst bei uns im Unternehmen. Seit über 20 Jahren entwickeln wir Software, testen und führen Prozesse ein. Wir haben unsere Methoden, Prozesse und Rollen etabliert, die sich über zwei Jahrzehnte bewährt haben.
Und jetzt? Stellen wir fest, dass wir einiges davon komplett neu denken müssen. Unsere bisherigen Arbeitsweisen waren nicht schlecht, aber die Spielregeln haben sich verändert.
Wenn KI-Agenten heute Aufgaben in Minuten erledigen, für die wir früher Tage gebraucht haben, dann passen unsere alten Abläufe einfach nicht mehr.
Das betrifft auch mich als Geschäftsführerin ganz persönlich. Ich muss bereit sein, Entscheidungen und Strukturen zu hinterfragen, die ich selbst einmal aufgebaut habe. Veränderung im KI-Zeitalter fängt also beim eigenen Ego an.
Seit über zwei Jahren bauen wir unser Unternehmen Schritt für Schritt um. Wir entwickeln eigene KI-Agenten, setzen sie in unseren Projekten ein und stellen dabei immer wieder fest, dass unsere bisherigen Prozesse nicht mehr funktionieren wie früher. Wir haben Rollen verändert, Abläufe neu gestaltet und Entscheidungen revidiert, von denen wir lange überzeugt waren.
Nicht alles funktioniert auf Anhieb: Es gab Erfolge, Rückschläge und auch Widerstände. Und obwohl wir die Technologie selbst entwickeln, merken wir, wie schwer es manchmal ist, sich von vertrauten Arbeitsweisen und Überzeugungen zu lösen.
KI verändert nicht nur unsere Arbeit. Sie verändert auch uns selbst.
Das ist die schwierigste Führungsaufgabe im KI-Zeitalter: Nicht nur vom Team Veränderung einzufordern, sondern die eigenen, tiefsten Überzeugungen infrage zu stellen.
Wie erlebt ihr das aktuell in euren Unternehmen?
Fällt euch das Loslassen alter Muster schwer?
